Tag 49, 01.04., Taupos heiße Quellen: Heilmittel gegen Hundswetter


Die ganze Nacht über hat es geregnet und auch am Morgen schüttet es wie aus Kübeln weiter. Definitiv kein Wetter, um sich längere Zeit im Freien aufzuhalten! Unser vorgebuchtes Programm eignet sich jedoch perfekt für einen Regentag: Um 11:10 Uhr erwartet Olaf und mich in „DeBretts Spa Resort“ nämlich eine einstündige Relaxmassage. Zunächst bin ich etwas irritiert, als ich in den kleinen Behandlungsraum geführt werde und mich auf der Liege ausstrecke. Direkt hinter dem Fenster befindet sich offensichtlich ein Generator, der lautstark vor sich hinbrummt. Sein Dröhnen übertönt mühelos die sanft dahinplätschernde Musik und erzeugt nicht gerade das richtige Ambiente für eine entspannende Massage. Immerhin ist diese so gut, dass ich es tatsächlich schaffe, das Lärmen halbwegs zu ignorieren. Nach etwa der Hälfte der Zeit schaltet sich der Störenfried aus und ich dämmere unter den geschickten Händen der Masseurin weg.


Im Preis der Behandlung ist auch der Eintritt in die ans Spa angrenzenden Thermalbäder enthalten. Diese haben zwar ihre besten Zeiten schon vor Jahren gesehen und der gesamte Komplex wirkt etwas heruntergekommen, doch die Aussicht auf ein wenig Planscherei im Warmen lockt mich. Nach einer kurzen Dusche eilen Olaf und ich durch die kühle Luft zu den Becken im Freien und lassen uns ins 38 Grad heiße Quellwasser sinken. Dass uns der Regen auf den Kopf prasselt, stört mich ausnahmsweise nicht - nass sind wir sowieso schon! Wir probieren mehrere Pools mit unterschiedlichen Temperaturen aus und kehren nach etwa einer Stunde wohlig aufgeheizt zu unserem B&B zurück. Dort herrscht himmlische Ruhe, wir sind momentan nämlich die einzigen Gäste!


Am späteren Nachmittag fahren wir ins Ortszentrum von Taupo und kreuzen mit einem Berg an Kleidern in der Postfiliale auf. Da beide Koffer mittlerweile zu schwer sind und zumindest meiner beinahe aus allen Nähten platzt, haben wir beschlossen, Ballast abzuwerfen. Kleidungsstücke wie Skiunterwäsche und Daunenjacken können wir an unseren weiteren Reisezielen wie dem Great Barrier Reef oder den Seychellen vermutlich nicht gebrauchen, also werden sie in Kartons gesteckt und nach Hause geschickt. Ein teurer Spaß, der uns aber um rund zehn Kilo leichter macht. Nun gut, leider nicht uns, sondern nur unser Gepäck...


Nachdem wir die Pakete abgegeben haben, geht mein Mann zum Friseur und kommt kurze Zeit später mit fescher Kurzhaarfrisur wieder. Ich muss langsam überlegen, was ich mit meinen langen Zotteln anstelle: Soll ich sie weiter wachsen lassen und erst nach Ende der Weltreise um ein gutes Stück kürzen? Mal sehen...


Nach einem Zwischenstopp im B&B kehren wir am Abend abermals nach Taupo zurück. Ich nutze eine kurze Regenpause, um zum Seeufer zu laufen und einen Blick auf Lake Taupo zu werfen. Bei schönem Wetter soll sein Wasser glasklar sein, doch ich habe ihn bislang nur grau und aufgewühlt erlebt. Für Farbtupfer sorgen immerhin ein paar zutrauliche Enten, die am Strand auf mich zuwatscheln und auf Futter hoffen. Tut mir leid, liebes Federvieh, meine Taschen sind leer und ich habe selbst Hunger. Wir folgen Johns Empfehlung und besuchen das unprätentiös eingerichtete „The Bistro“, das mit sehr, sehr gutem Essen aufwartet. Mein Salat mit Roter Bete und kandierten Walnüssen schmeckt lecker, ebenso wie der in der Pfanne gebratene Hapuka mit Pasta und Gemüse. Auch Olaf lobt seine Meeresfrüchte und das Rinderfilet. 


Zurück in unserer Unterkunft bemühen wir uns, mal etwas zeitiger zu Bett zu gehen, denn der morgige Tag beginnt früh und steckt voller aufregender Aktivitäten...